Eigenständigkeit KG Bethlehem
Seilziehen in der Kirche?
Nun gibt es auch in unserer Kirche Streit. Muss das wirklich sein? Das haben sich wahrscheinlich etliche gefragt, als sie aus der Presse erfahren haben, dass die Kirchgemeinden Paulus und Bethlehem beim Bundesgericht eine Beschwerde eingereicht haben.
Worum geht es? In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Liegenschaften der Gesamtkirchgemeinde, die nicht mehr für die kirchliche Arbeit benötigt werden, entwidmet und in die Immobiliengesellschaft der GKG, die RefBernImmo AG (RBI), übertragen. Die RBI verwaltet diese Immobilien und hat den Auftrag, finanzielle Mittel für die kirchliche Arbeit zu erwirtschaften. Alle Kirchgemeinden haben zum Aufbau dieses Vermögens beigetragen. Nun ist aber im Fusionsvertrag festgehalten, dass das Vermögen der RBI zum Buchwert aufgeteilt wird, der allerdings viel tiefer ist, als der effektive Wert.
In einem demokratischen Prozess haben sich die Kirchgemeinden entweder für die Fusion oder für die Eigenständigkeit entschieden. Diese Entscheide gilt es zu respektieren. Da die Gesamtkirchgemeinde per 1. Januar 2027 aufgelöst wird, muss auch das Vermögen der GKG aufgeteilt werden. Alle Kirchgemeinden brauchen dieses finanzielle Polster, um auch künftig ihren kirchlichen Auftrag in der Stadt erfüllen zu können.
Der Kirchgemeinderat Bethlehem hat kein Interesse an einem langwierigen juristischen Streit, sondern engagiert sich in einem offenen und respektvollen Dialog mit allen Beteiligten, um eine gute Basis für die künftige Zusammenarbeit zu schaffen und eine faire Aufteilung des Vermögens zu erreichen.
Bethlehem will sich als lebendige Gemeinschaft weiterentwickeln, mitten im Quartier, nahe bei den Menschen. Ebenso wichtig ist dem Kirchgemeinderat aber auch die Weiterführung und Vertiefung der engen und fruchtbaren Zusammenarbeit mit Bümpliz und das Engagement in gesamtstädtischen Projekten.
Reformierte Kirchgemeinde Bethlehem bleibt eigenständig
An der Kirchgemeindeversammlung vom 7. Mai 2025 haben die Stimmberechtigten mit 102 Nein Stimmen zu 13 Ja Stimmen und 2 Enthaltungen deutlich die Fusion zu einer Kirchgemeinde Bern abgelehnt. In der zweiten Abstimmung vom 17./18. Mai der Gesamtkirchgemeinde Bern hat Bethlehem als einzige Kirchgemeinde die Fusion abgelehnt (67,9% Nein, bei 464 eingegangenen Stimmen). Da die Fusion gesamtstädtisch mit 83,3% angenommen wurde, werden 9 der 11 Kirchgemeinden in der Stadt Bern ab Anfang 2027 zur Kirchgemeinde Bern fusionieren. Die Kirchgemeinde Bethlehem bleibt eigenständig. Mit der Fusion wird die Gesamtkirchgemeinde aufgelöst. Damit wird die Kirchgemeinde Bethlehem zusätzlich für ihre Finanzen, Liegenschaften und das Personalwesen selbst verantwortlich sein. Der Kirchgemeinderat bedankt sich für die hohe Stimmbeteiligung und freut sich über das klare Resultat. Der Kirchgemeinderat und das Team sind motiviert, gemeinsam mit Ihnen die Kirchgemeinde im Quartier weiterzuentwickeln.
Abstimmungsresultat - Kirchgemeindeversammlung ev. ref. Kirchgemeinde Bethlehem 7. Mai 2025, Bern
Die Kirchgemeindeversammlung der Kirchgemeinde Bethlehem hat die Fusionsvorlage "Kirchgemeinde Bern" (Genehmigung Fusionsvertrag, Organisationsreglement, Reglement über Abstimmungen und Wahlen, Fusionsreglement) mit 13 JA zu 102 NEIN und 2 Leer/ungültigen Stimmen abgelehnt.